wahrhaftig

 

wahrhaftig

   

wahrhaftig – so heiße ich den, der in götterlose wüsten geht und sein verehrendes herz zerbrochen hat.

im gelben sande und verbrannt von der sonne schielt er wohl durstig nach den quellenreichen eilanden, wo lebendiges unter dunklen bäumen ruht.

aber sein durst überredet ihn nicht, diesen behaglichen gleich zu werden: denn wo oasen sind, da sind auch götzenbilder.

hungernd, gewalttätig, einsam, gottlos: so will sich selber der löwen-wille.

frei von dem glück der knechte, erlöst von göttern und anbetungen, furchtlos und fürchterlich, groß und gemeinsam: so ist der wille des wahrhaftigen.

in der wüste wohnten von je die wahrhaftigen, die freien geister, als der wüste herren.

(Friedrich Nietzsche – Also sprach Zarathustra)